Wanja Slavin Lotus Eaters

Wanja Slavin Lotus Eaters ist den Lotophagen gewidmet, einem Volk der griechischen Mythologie, das ganz der Welt abgewandt lebt. Die Musik ist eine Reise ins Innere und in einen Zustand abseits der Welt. Im Gegensatz zu den Namensgebern verfallen die Lotus Eaters dabei aber nicht in Lethargie sondern verwandeln düsteren Weltschmerz mit kraftvoller Dringlichkeit in faszinierende Musik. Die ist formal traditionell und doch begegnen die Lotus Eaters Erbe der Jazzgeschichte mit Selbstbewusstsein, adaptieren unterschiedlicher Stimmungen, Genres und Bilder, um sie klug und virtuos weiterzuentwickeln. Das klingt mal nach elegischer Klangmalerei, dann wieder wild und kämpferisch, im Gestus einer Rockband. Es ist eine sehr persönliches Projekt, in dem nicht um eine neue Definition des zeitgemäßen Jazz gerungen wird, sondern um emotionale Hingabe. Dieses Ringen ist nicht minder spannend. Wanja Slavin: „Es geht nicht um Intellektualität sondern um ein Gefühl, eher um etwas Spirituelles.“
Die Lotus Eaters beweisen, daß im 21. Jahrhundert ein aktueller Weg gefunden werden kann, die Jazztradition weiterzuführen und doch etwas relevantes hinzuzufügen. Mit diesem Konzept konnten sie 2011 auch die Jury des internationalen BMW Jazz Award überzeugen und den 2. Preis gewinnen. 2014 wurde Wanja Slavin der ECHO Jazz als Instrumentalist des Jahres national Saxophon/Woodwinds verliehen.

Tobias Backhaus dr

http://www.tobybackhaus.com

Rainer Böhm p

http://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_Böhm_(Pianist)

Andreas Lang b

http://bassandreas.com

Wanja Slavin as, cl

http://www.wanja-slavin.de

Veröffentlichungen

Wanja Slavin Lotus Eaters »For Very Sad and Very Tired Lotus Eaters«

For Very Sad and Very Tired Lotus Eaters
Wanja Slavin Lotus Eaters

2014 WhyPlayJazz (RS012LP)
Vinyl LP

Wanja Slavin Lotus Eaters »For Very Sad and Very Tired Lotus Eaters«

For Very Sad and Very Tired Lotus Eaters
Wanja Slavin Lotus Eaters

2014 WhyPlayJazz (RS012)
CD

Töne/Bilder/Videos

Konzerte

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Reviews

The individual statements by the quartet members are all splendid. Slavin's alto saxophone has a mellow, enchanting tone, which caresses the listener's ears gently. Bohm does a wonderful job supporting the leader and although plays little foreground solos, his background layers are as much important. Lang is as usual simply outstanding and step by step becomes one of my favorite bassist of the young European scene. Backhaus is a bit too busy for my taste and not completely compatible with the album's concept, but perhaps his activity provides a contrast which has a positive influence on the overall sonic result.
This kind of music should be accessible to a wide range of Jazz listeners, as there is so much to like herein, that everybody can hand on to something else that strikes a chord; some will like the tunes, others the splendid performances and yet others might be delighted by the degree of freedom and space present, in spite of the seemingly "simple" approach. Regardless of the specific viewpoint, it is very hard not to like this album from the first hearing. Well done!

Adam Baruch, adambaruch.com (Februar 2015)

[...] ist der Auftritt der Lotus Eaters voller von Slavin wunderbar geführter melodischer Trouvaillen. Rainer Böhm steht Slavin im Körpereinsatz nichts nach, er beschwört sein Klavier. Die Freude am gemeinsamen Musizieren ist den Musikern, besonders Bassist Andreas Lang, anzusehen, es ist eine Freude zuzuhören, auch wenn Slavin selbst bisweilen nicht sehr zufrieden scheint.

Wanja Slavins Lotus Eaters @ A-Trane Berlin, Bettina Bohle, jazzaffine.com (September 2014)

Das Titelstück, eine durch Johnny Hodges bekannt gewordene Strayhorn-Ballade, bringt die Stimmung der CD auf den Begriff: Melodiosität und Melancholie vermitteln Einsamkeit, Wehmut und Weltschmerz. Der weiche Klang des Altos, der manchmal an Klarinette und Querflöte erinnert, dringt ins Herz.

Godehard Lutz, Jazz Podium 04/2014 (März 2014)

Referenzen in die Geschichte der improvisierten Musik, aber auch hinein in die heutige Szene des Modern Jazz, um das musikalisch Besondere im Konventionellen herauszuarbeiten: Dem Berliner Saxofonisten Wanja Slavin ist dieses Kunststück mit seiner neuen CD „For Very Sad And Very Tired Lotus Eaters“ (WhyPlayJazz/whyplayjazz.de) geglückt. Nach seiner langen Suche, um die richtige Besetzung für sein jetzt geradezu klassisch besetztes Quartett Lotus Eaters zu finden, und dem Experimentieren mit verschiedenen musikalischen Settings hat der Anfang 30-Jährige mit der zweiten CD seiner Band ein Konzept gefunden, mit dem er die emotionale Ebene mit der intellektuellen verschränkt, ohne Konzessionen eingehen zu müssen. „Es gibt kein kompositorisches Konzept für das Album“, betont Slavin, „mir ist es darum gegangen, mit dem musikalischen Material, auf dem jedes meiner Stücke basiert, eine bestimmte Stimmung zu transportieren.“ Mit Ausnahme des Titelstücks, einer Ballade des Ellington-Komponisten Billy Strayhorn, die Slavins Quartett auch den Namen gegeben hat, beziehen sich alle Kompositionen auf Aufnahmen namhafter Jazzmusiker — wie Slavins „Hippie Song“, der auf dem „Back Woods Song“ des Gateway-Tios von John Abercrombie, Dave Holland und Jack DeJohnette flußt. Doch Slavin interpretiert diesen Titel nicht. Vielmehr hat der Saxofonist sein Gefühl beim ersten Hören kompositorisch verarbeitet und dieses dann mit seinem Quartett in ein eigenes Stück Jazzmusik verwandelt. „Musik ist voller Referenzen — jedenfalls in meinem Kopf: Alles bezieht sich immer auf irgendetwas, das schon einmal da gewesen ist“, erklärt Slavin: „Die Musik meiner CD zeigt die Tradition, in der ich stehe.“

Martin Laurentius, Jazz thing #103 (März 2014)

Es ist ein überwältigender Schluss eines Albums, so voller Tiefe und Bezauberung, das mit wiederholendem Hören belohnt werden muss.

Nick DeRiso, somethingelsereviews.com (Februar 2014)

Bedacht, ja skrupulös geht der in Berlin lebende Altsaxofonist Wanja Slavin an seine raren Veröffentlichungen heran. Auch mit dieser CD seiner vielfach gewandelten Band Lotus Eaters hat er lange auf den richtigen Zeitpunkt gewartet. Was man nun in sechs Quartettstücken, einmal um Saxophonkollegen Philipp Gropper ergänzt, hören kann, ist sehr ausgewogene Musik, die bei aller Disziplin nicht vergisst, dass Jazz von der Spontanität lebt. In seinen Kompositionen hat sich Slavln an den Vorbildern John Abercrombie, Yuaef Lateef, Kurt Rosenwinkel, Charles Lloyd und Hermeto Pascoal orientiert, und das Schwelgerische der Ergebnisse widerspiegelt das Innige dieser Zuneigungen. Da ist viel Melancholie und noch mehr zupackender Furor.

Dr. Ulrich Steinmetzger, Leipziger Volkszeitung (Januar 2014)

Urplötzlich drehten Wanja Slavin und seine Mitstreiter auf: Deep Jazz in verstörender Vollendung. Zu hören war eine musikalische Avantgarde der besonderen Art. [...] Jeder Impuls, jeder erdenkliche inspirierende Einfluss wurde aufgesogen und in musikalische Energie umgesetzt. Da waren Künstler am Werk, die ihre Musik ernst nehmen und sie geradezu zelebrieren auf dem Hochaltar der Jazzkultur, authentisch und wahrhaftig.

Frank Kantereit, Südkurier (Juni 2012)

Auch die Kompositionen, die er (Wanja Slavin) den Juroren und über sechshundert weiteren Zuhörern bot, zeigten ähnliche Stärken wie sein Spiel. Er lässt sich keine Berührungsängste vor den zeitlosen Werten des Jazz anmerken, bemüht sich aber beim Zitieren von bestimmten lyrischen Stimmungsbildern und Klangfarben-Kombinationen um frische melodisch-harmonische Deutungen.

Ssirus W. Pakzad, Neue Musik Zeitung (Januar 2011)